Ein Netzwerk aus Tier- und Umweltschutzverbänden, Bürgerinitiativen, Kirchen und Parteien

Die industrielle Intensiv-Tierhaltung ist nicht nur für Nutztiere eine Qual. Wasser, Boden, Luft und Klima leiden zunehmend unter der industriellen Landwirtschaft. Umweltschützer warnen eindringlich vor nie wieder gut zu machenden Schäden. Der wirtschaftliche Druck, immer mehr tierische Erzeugnisse mit minimalem Einsatz zu Weltmarktpreisen zu produzieren, treibt Jahr für Jahr tausende bäuerliche Familien in den Ruin. Alternative Bauernorganisationen protestieren empört gegen den offiziellen „wachse oder weiche“ Kurs der industriellen Agrarlobbyisten. Und im Umkreis neuer Agrarfabriken wachsen die Wut und der Widerstand der betroffenen Menschen gegen Staub, Gestank, Schwerlastverkehr und elende Tierhaltungsbedingungen. Wöchentlich entstehen neue Bürgerinitiativen im ganzen Bundesgebiet. Was bisher fehlte, war die Vernetzung.

Jetzt wächst der Widerstand bundesweit zusammen

Regionale Netzwerke für artgerechte Tierhaltung sind schon länger aktiv. So wurde 2006 das „Aktionsbündnis artgerechte Tierhaltung“ als Antwort auf zahlreiche neue industrielle Schweinefabriken in Sachsen-Anhalt gegründet. Im April 2009 formierte sich im münsterländischen Billerbek der „Initiativkreis für Mensch, Tier und Umweltgerechtigkeit“, ein Länder übergreifendes Bündnis aus 15 Bürgerinitiativen, Naturschutzverbänden und Nutztierschützern. Schwerpunkt dieser westdeutschen Initiative sind die zahlreichen Hühner-Lohnmästereien, die in NRW und Niedersachsen beantragt werden. Nur wenige Monate später, im September 2009, luden die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft AbL und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND in Magdeburg zu einer bundesweiten Zusammenkunft von Initiativen und Verbänden ein.

In wenigen Stunden intensiver Beratung wurden zahlreiche Gemeinsamkeiten beim Widerstand gegen Agrarfabriken festgestellt. Ein neues, schlagkräftiges Netzwerk wurde gegründet, um gemeinsamen Forderungen mit vereinten Kräften gegenüber Politik, Industrie und Medien zu vertreten. Ein breites Bündnis aus Tier- und Umweltschutzverbänden, Bürgerinitiativen, Kirchen und Parteien meldet sich zum ersten Mal gemeinsam zu Wort.
Fachlich, inhaltlich und organisatorisch koordiniert wird das neue Bündnis von 6 Vertretern des „Initiativkreises für Mensch, Tier und Umweltgerechtigkeit“, der Bürgerinitiative Hassleben, der AbL, des BUND, des DTB und von PROVIEH.