Holländische Hochschullehrer plädieren für nachhaltige Viehhaltung

Hunderte von holländischen Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen fordern in einem öffentlichen Aufruf einen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft. Sie verlangen einen Wechsel von intensiver, in großem Stil durch Wirtschaft und Technologie beherrschte Viehindustrie hin zu einer Viehhaltung, bei der Wirtschaft und Technologie im Dienste des Tierwohls, des Menschen und der Gesellschaft stehen. In ihrem Positionspapier erläutern sie, warum das die Perspektive für wirkliche Nachhaltigkeit sei. Diese Viehhaltung komme der Natur und den Bedürfnissen aller lebenden Wesen zu Gute. Mit dieser Umkehr würde die Viehhaltung gesellschaftlich annehmbar und zulässig .
Das Positionspapier im Original und in deutscher Übersetzung, sowie eine Pressemeldung der AbL zum Thema stehen am Ende dieses Beitrags zum Herunterladen bereit.

Die Empfehlungen der holländischen Wissenschaftler zielen in dieselbe Richtung wie die gemeinsame Position des deutschen Netzwerkes "Bauernhöfe statt Agrarfabriken". Sie lauten in Kurzform:

1) Die Regierung und nicht der Markt muss Veränderungen steuern.
2) Der Verbrauch tierischen Eiweißes muss bis 2020 um mindestens 33 % verringert werden.
3) Alle gesellschaftlichen Kosten, die mit der Produktion von Fleisch und Milchprodukten einhergehen, müssen im Preis für das Produkt enthalten sein.
4) Die Niederlande muss Vorreiter Europas werden.
5) Das Tierwohl muss in der Viehhaltung einen zentralen Punkt einnehmen.
6) Die Anwendung von Antibiotika und Hormonen in der Viehzucht muss verboten werden.
7) Flächengebundene Landwirtschaft und geschlossene Kreisläufe in der Produktion von tierischem Eiweiß müssen Ausgangspunkt sein.
8) Der Ansiedlung und Ausbreitung von Viehindustrie in großem Stil muss Einhalt geboten werden.
9) Den Bauern muss es ermöglicht werden sich zu behaupten.
10) Die Entwicklung von vertretbaren und schmackhaften pflanzlichen Nahrungsmitteln muss gefördert werden.